Nachdem ich mir -wie zuvor beschrieben- ein Konzept für die weitere Bearbeitung meiner Filme zurecht gebastelt hatte und die Freischaltsoftware Lremote 7.1 erworben hatte, habe ich die Vorbereitungen zum Freischalten meiner Kamera getroffen.
Zunächst habe ich mir von der Original-Diskette eine Back-up-Kopie gemacht, um im Falle von Bedienungs-oder Handlingsfehlern eine Sicherheitskopie zu haben. Der Anschluß der Videokamera an den PC erfolgt mittels eines mitgelieferten Schnittstellenkabels und ist völlig simpel. Möglicherweise hat die Freischaltsoftware mir das Anlegen eines back-up's übel genommen, denn als ich die Freischaltung ordnungsgemäß nach Anleitung begonnen hatte, bekam ich als erstes eine Fehlermeldung "Lizenzfehler".
Nach dem Ignorieren und einem neuen Start des Programms wurde dann der Identifizierungsprozess zum automatischen Erkennen der Videokamera gestartet. Allerdings wurde im Menü zur Einstellung der Schnittstelle nicht COM1 oder COM2 angeboten sondern ein kryptischer Wert angezeigt, mit dem ich nichts weiter anfangen konnte. Der Identifizierungsprozess endete dann mit der Meldung "SONY D8-Kamera Mai2000/April2001; nicht freigeschaltet", wobei die Option zum Freischalten nicht aktiviert war.
Nach Konsultation der DV-IN-Hotline wurde mir bestätigt, dass das exakte Kameramodell nicht angezeigt würde und die Identifikation als D8-Kamera soweit O.K. sei. Allerdings seien die Fehlermeldungen nicht klar. Nach einigem eMail-Verkehr mit Übersendung von Screenshots der Fehlermeldungen bekam ich per mail ein Update für die Freischaltsoftware. Damit war es möglich, das Freischalten wie in der Anleitung beschrieben durchzuführen. Das zusätzliche Menü zum manuellen Weißabgleich der Kamera erscheint im Steuerungsmenü der Videokamera.
Erste Tests mit dem Ausspielen einer Videosequenz erwiesen sich als etwas zeitaufwändig, da die genaue Hantierung der freigeschalteten Kamera im Zusammenspiel mit der Schnittsoftware nirgendwo gut beschrieben ist. Zuerst weigerte sich die Schnittsoftware Studio7, den angeschlossenen Camcorder zu erkennen, dann wurde der ablaufende Film auf dem Farbmonitor des Camcorders angezeigt aber nicht aufgezeichnet, bis ich feststellte, dass das Aufzeichnen im "Player-Modus" erfolgen muss.
Nach mehrmaligen Versuchen wurde dann die Videosequenz wie gewünscht auf dem Camcorder aufgezeichnet. Mit der Kontrolle der Qualität am Fernseher bin ich durchaus zufrieden.
Mit der Installation der Freischaltung ist noch ein zusätzliches feature verbunden. Über den jetzt auch freigeschalteten Analogeingang lassen sich nun auch Sequenzen vom VHS-Videorecorder bzw. auch vom Fernseher direkt aufzeichnen und auf dem Magnetband des Camcorders digital abspeichern (Copyright-Probleme sind hier allerdings nicht auszuschließen). Diese Aufzeichnung vom Fernseher und vom Videorekorder erwies sich von der Bedienung her als völlig unproblematisch. Nach der Installation eines Zusatzprogramms von Diskette erscheint auf dem PC-Monitor die Abbildung einer üblichen Fernbedienung.
Camcorder per Schnittstellenkabel an den PC und per Composite- oder S-VHS-Kabel an den Fernseher oder Videorekorder anschließen, Player-Modus wählen, auf dem PC-Bildschirm die REC-Taste anklicken und schon geht's los. Auch hier liess die Kontrolle des aufgenommenen Materials keine Wünsche offen.
Das Handling mit der Schnittsoftware und das Ausspielen von komplexen Videoprojekten muss sich in der Praxis bei mir allerdings erst noch bewähren.