Angefangen hat alles Anfang der 70er Jahre mit einer alten "AGFA Super Silette", einer Sucherkamera mit eingespiegeltem Mischbild-Entfernungsmesser, die mir mein Onkel gelegentlich leihweise zur Verfügung gestellt hat. Ohne allzu große Ahnung vom Fotografieren und mit einem Handbelichtungsmesser ausgestattet fing ich fröhlich an zu knipsen.
Dank der simplen Belichtungsmessung, der Einstellungen an der Kamera und geringer Grundkenntnisse von Blende, Belichtungszeit und Tiefenschärfe waren die Bilder, zumindest was die technischen Einstellungen angeht einigermaßen in Ordnung. Über die Motive, die Bildgestaltung und andere Gestaltungsmerkmale gingen die Meinungen zwischen mir und den Betrachtern natürlich auseinander. Das Schöne an der Kamera war, daß der Verschlußzeitenring und der Blendenöffnungsring zusammen einrasteten, so daß eine mit dem Belichtungsmesser ermittelte Leitzahl praktisch "gespeichert" wurde. Damit konnte man die Kombination Blende-Verschlußzeit variieren, ohne den "gespeicherten" Belichtungswert zu verändern.
In den folgenden Jahren habe ich allerlei Motive auf Dias gebannt, die dann in mühseliger Arbeit einzeln gerahmt wurden, natürlich nicht, ohne vorher die Gläser der Diarähmchen ausgiebig zu putzen. Trotz dieser Prozedur gab es später immer wieder Ärger mit Newton'schen Ringen, Staub in den Gläsern und beschlagenen Gläsern, so dass ich später auf rahmenlose Dias umgestiegen bin.
Diverseste Urlaube und Familienfeiern wurde auf Dias festgehalten und die Familie und Freunde mit Dia-Abenden in verdunkelten Wohnzimmern beglückt. Später entdeckte ich noch eine komplexe rechteckige Vorsatzoptik für die beiden Sucherfenster (siehe Foto), die auf den Zubehörschuh aufgesteckt wurde und durch Ausgleich des Parallaxenfehlers für den Sucher auch Nahaufnahmen (z.B. Blütenkelche etc.) mit vorgeschraubter Objektivlinse ermöglichte. Trotz dieser etwas unförmig aussehenden Mimik funktionierte die Prozedur erstaunlich gut und lieferte gestochen scharfe Bilder.
Später kam noch eine Pocketkamera von AGFA (Macro-Pocket) mit Aufsteckblitz zum Einsatz. Diese Kamera habe ich lange bei Innenaufnahmen benutzt. Leider ist bei diesem System das Negativformat doch recht klein, so dass die Qualität der Abzüge mit denen eines Kleinbildfilms doch nicht mithalten kann und ich noch eine Weile mit der Sucherkamera weiter fotografiert habe. Die Präsentation von Dias mit dem zugehörigen Aufbauaufwand ist verglichen z.B. mit Papierbildern in Klapp-Alben natürlich relativ hoch.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich gute (!) Fotos nicht besser als per Dia auf einer großen Perl-Leinwand präsentieren lassen (aber wann mache ich schon mal wirklich "gute" Fotos?).
Im Laufe der Jahre haben sich etliche Diakästen mit Magazinen angesammelt, die nach Jahren eines kümmerlichen und vernachlässigten Daseins unbedingt wieder einmal einer Durchsicht bedürfen. Vielleicht stellen sich noch schöne Erinnerungen an die eine oder andere Begebenheit ein oder vielleicht ist ja doch das eine oder andere vorzeigbare Motiv dabei ...
Nachdem ich mich aber zur Zeit den Internetseiten widme und anschließend die Fortsetzung des Themas "Kreativer Videoschnitt" geplant ist, muss die Aufarbeitung der Dias wohl noch einige Zeit warten.