Nachdem ich mich einige Jahre mit dem Thema Foto beschäftigt hatte begann der nächste Abschnitt in meiner Karriere, als ich von meiner Frau eine Super8-Schmalfilmkamera MINOLTA XL601 geschenkt bekam.
Diese kleine, leichte und kompakte Kamera mit dem lichtstarken Objektiv war eines der Topmodelle der Schmalfilmtechnik. Die interessanten Motive nun in Bewegung festhalten zu können, Panoramaschwenks zu machen und zoomen zu können, waren plötzlich ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. Von nun an mussten also reihenweise 15m-Spulen an Rohmaterial besorgt werden, die nur für jeweils 3 Min. Film ausreichten. Um also einen Urlaub mit allen sehens- und filmenswerten Szenen (?) festhalten zu können, bedurfte es schon eines ordentlichen Stapels an Kassetten.
Ganz begeistert waren Freunde und Familienmitglieder immer, wenn ich mit meiner starken Filmleuchte auftauchte und sich alle wegen des starken Lichtstrahles "in Szene gesetzt", beobachtet und ordentlich geblendet fühlten. Außerdem war der ganze Aufwand und das Handling für den Filmer auch nicht zu vernachlässigen.
Gott sie Dank war das Einlegen bzw. Wechseln der Kassetten so einfach wie bei einer Pocketkamera, so dass sich die herausfordernden Aufgaben auf die kreative Arbeit mit der Kamera selbst beschränkten.
Nach dem Entwickeln der einzelnen Filmchen kam dann das echte "Schneiden", bei dem die Filmstreifen am Betrachter
(wirklich mit der Schere) in Szenen zerschnitten, sortiert, meistens mit zu wenig Mut gekürzt oder aussortiert wurden, weil man die Szenen für so schön und wichtig hielt und dann das Ganze mit flüssigem Filmkitt in der Klebepresse zu einem Gesamtfilm zusammengeklebt wurde.
Die Präsentation dieser "Meisterwerke" erfolgte dann wiederum im verdunkelten Wohnzimmer, allerdings dieses Mal mittels eines ratternden Filmprojektors und noch ohne Ton.
Für mich war es natürlich auch sehr interessant, mich z.B. einmal selbst Ski laufen zu sehen und zu verstehen, warum die anderen mich immer schon auf größere Entfernung an meiner typischen Haltung erkennen konnten. Im Laufe der Jahre sind einige 1-stündige Super8-Filme über verschiedene Urlaube und u.a. den Hausbau zusammen gekommen.
Auch diese Filme bedürfen -ebenso wie die Dias- nach Jahren des kümmerlichen und vernachlässigten Daseins unbedingt wieder einmal einer Durchsicht. Beim Ansehen eines Filmes vor längerer Zeit hatte ich den Eindruck, dass die Vorführung im Projektor (vielleicht wegen verhärteter Antriebsriemen) nicht mehr so recht "rund" lief und der Film damit einen leichten "Als die Bilder laufen lernten" -Effekt bekam.
Nachdem ich auch das 8mm-Schmalfilmen eingestellt habe (siehe nächster Abschnitt), würde sich vielleicht ein Überspielen auf Videobänder anbieten, aber über dieses Thema muss ich nach der derzeitigen Videoschnitt-Thematik (auch mit Weiterbearbeitung der noch unbearbeiteten analogen Videos) noch einmal nachdenken. Überspieleinrichtungen mit Projektion auf einen kleinen Umlenkspiegel in einem Spezialgehäuse sind durchaus noch verfügbar, aber wer weiß, was man sich da wieder für Probleme anlacht und ich möchte erst mal die angefangenen Themen einigermaßen im Griff haben.
Also hoffe ich, dass die Filme noch einige Zeit überdauern, damit ich das Thema evtl. später wieder aufgreifen kann.